ZurZeit Michigan II

Um ehrlich zu sein: Zu Hause in Nordhorn bin ich eher unregelmäßig zur Kirche gegangen. Das hat sich total verändert, als ich vor drei Monaten in die Vereinigten Staaten kam.

Wie viele amerikanische Familien ist meine Gastfamilie sehr religiös. Unter anderem beten wir jedes Mal, bevor wir essen. Und meine Gasteltern und meine Schwester gehören zu verschiedenen religiösen Gruppen, zum Beispiel zur „Bible Study Group“. Dort treffen sich meine Eltern mit befreundeten Ehepaaren, um gemeinsam die Bibel zu lesen. Und natürlich gehen wir jeden Sonntag zusammen zur Kirche.

Meine Familie ist Mitglied in einer baptistischen Gemeinde, der Rives Baptist Church. Sie ist ungefähr 15 Minuten Fahrzeit von unserem Haus entfernt. Die Kirche ist ein schönes, großes Gebäude. Sie besteht aus einem flachen, warmen Hauptraum mit Teppich, gelb-gestrichenen Wänden, Sitzbänken und einer Bühne mit Instrumenten, z. B. Klavier, Schlagzeug, und Platz zum Predigen. Direkt hinter der Bühne ist ein kleiner Raum, gefüllt mit warmen Wasser und Pflanzen. Hier finden die Taufen statt. Außerdem hat das Gebäude eine gut ausgestattete Küche, Räume für Treffen, zum Essen und für unsere Jugendgruppe und andere Gruppen für kleinere Kinder. Die Kirche ist definitiv ein Ort zum Wohlfühlen und ich bin gerne hier.

Sonntagmorgens verlassen wir gegen 9.00 Uhr das Haus, um zum Gottesdienst zu gehen. Der eigentliche Gottesdienst fängt allerdings erst um 11.00 Uhr an. In der Zeit davor gibt es im großen Aufenthaltsraum Kaffee, Tee, heiße Schokolade und Donuts – natürlich alles umsonst. Eine Stunde vor dem Gottesdienst ist Sonntagsschule. Das hört sich im ersten Moment komisch und nach Unterricht an, macht aber total viel Spaß. Unser Jugendpastor spricht mit den Jugendlichen der Kirche über die Bibel, Alltagsprobleme und die Frage, was Gott damit zu tun hat.

Anschließend geht es in den Gottesdienst. In den ersten 10-15 Minuten singt die Gemeinde moderne Kirchenlieder – begleitet von einer Band bestehend aus einem Klavier, einem Schlagzeug, einem Keyboard, einigen Gitarren und mehreren Leadsängern. Bevor unser Pastor mit einem Gebet und der Predigt anfängt, stehen alle auf und grüßen sich gegenseitig mit einem Handschlag oder einer Umarmung. Die Predigt dauert meistens eine Dreiviertelstunde und der Pastor redet über Alltagsprobleme und setzt sie in Beziehung zur Bibel und dem, was Jesus Christus und Gott uns lehren – wie wir also die Probleme lösen können. In den letzten Wochen war das Thema der Predigten „Finanzen und finanzielle Probleme“. Das war echt interessant und hilfreich. Während der Predigt wird eine Powerpoint-Präsentation an verschiedene Wände der Kirche projiziert, damit man mitlesen und sich Notizen machen kann.

Nach der Predigt wird gemeinsam gebetet und etwa um 12.00 Uhr ist der Gottesdienst zu Ende. Meistens geht meine Familie nach der Kirche mit Freunden oder Verwandten zum Mittagessen. Weitere Informationen über meine Gemeinde hier in Michigan kannst du hier finden.

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