Partnerschaften
Die lutherischen Christen und Gemeinden in Nordhorn haben Freunde in aller Welt. Insbesondere zwei Partnerschaften haben allerdings für das Gemeindeleben eine besondere Bedeutung. Da sind zum einen die Beziehungen zu den Partnergemeinden im Erzgebirge in Olbernhau und Großrückerswalde/Mauersberg und zum anderen die Partnerschaft nach Masawi in Tansania.
Olbernhau
Die formal schon länger bestehende Partnerschaft zwischen der Kreuzkirchengemeinde und der ev.-luth. Kirchengemeinde Olbernhau/Erzgebirge wurde 1968 durch die Pastoren Stecher (Nordhorn) und Böttrich (Olbernhau) neu belebt. Zunächst fanden Treffen zwischen den Kirchenvorständen statt, was damals nur in Berlin (Ost) möglich war. Aus diesen Treffen ergaben sich intensive briefliche und persönliche Kontakte zwischen einzelnen Kirchenvorstandsmitgliedern, aus denen zum Teil zu langjährigen Freundschaften wurden. Nachdem 1971 die Ost-Verträge in Kraft getreten waren, konnten die Treffen auch in Olbernhau stattfinden, soweit die Einreiseanträge genehmigt wurden.
Bei den Begegnungen war dann zumeist die Situation der Christen in den beiden Teilen Deutschlands das Thema. Man lernte, sich immer besser zu verstehen und gegenseitig zu stärken. Auch praktische Hilfen für die Gemeindearbeit und für notwendige Bauvorhaben waren möglich (z.B. ein Motorrad, spezieller Baubedarf, Büromaterial u.a.). Viele dieser Dinge waren in der DDR nicht ohne Weiteres zu bekommen. Umgekehrt schenkte die Olbernhauer Gemeinde der Kreuzkirchengemeinde u.a. neun geschnitzte Krippenfiguren, die seitdem in der Weihnachtszeit aufgestellt werden und an die Partnerschaft erinnern.
Nach der Wende kam auf Einladung der Kreuzkirchengemeinde im Juni 1990 eine größere Gemeindegruppe nach Nordhorn. Noch im September 1990 erfolgte ein Gegenbesuch des Nordhorner Kirchenchores in Olbernhau. Zwischen den Kirchenvorständen wurde dann sehr bald vereinbart, jährlich im Wechsel mit größeren Gemeindegruppen Besuche in den Partnergemeinden zu machen.
Olbernhau liegt im südlichen Sachsen direkt an der Grenze zur tschechischen Republik im mittleren Erzgebirge. Der Ort schließt die Nachbarorte Rothental, Oberneuschönberg und Blumenau ein und ist mit etwa 12.000 Einwohnern eine eher kleine Stadt. Das Stadtrecht erhielt Olbernhau 1902. Die ersten Siedlungen werden in der Mitte des 12. Jahrhunderts vermutet. Olbernhau nennt sich prosaisch “die Stadt der sieben Täler”. Die Flöha ist der große Fluss und führt mitten durch den Ort. Die Kirche wurde 1590 geweiht. Nach achtjährigen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten in schwieriger Zeit konnte am 7. November 1993 (am 403. Kirchweihfest) die Wiedereinweihung gefeiert werden.
- Ev.-luth. Kirchgemeinde Olbernhau
- Blumenauer Str. 2, 09526 Olbernhau
- www.kirche-olbernhau.de
Großrückerswalde
Die Beziehungen zwischen der Christus-Kirchengemeinde und der Kirchengemeinde aus Großrückerswalde im Erzgebirge reichen zurück bis zum April 1972. Ein erstes Treffen zwischen Vertretern beider Gemeinden fand damals in Berlin statt und so wurde diese Begegnung der Startschuss für eine intensive Partnerschaft, die zu vielen Verbindungen und Freundschaften zwischen einzelnen Familien geführt hat, die zum Teil inzwischen von Generation zu Generation “vererbt” wurden.
Sowohl aus der schwierigen Zeit vor der Wende als auch aus der Zeit nach 1990 können viele Gemeindeglieder berichten – Geschichten, die in den Gemeinden teilweise legendären Charakter bekommen haben und die guten Beziehungen betonen. Bis heute gibt es einen jährlichen Besuch in die eine oder andere Richtung, bei denen gemeinsame Ausflüge und Gottesdienste auf dem Programm stehen, vor allem aber die Freundschaften zwischen Gemeinden und Gemeindegliedern gepflegt werden.
Die Begegnungen sind jeweils von großer Gastfreundschaft und der Bereitschaft, voneinander zu lernen, geprägt. Gerade die unterschiedlichen geistlichen Traditionen machen die Treffen interessant und bereichernd für alle Seiten. Auch über die offiziellen Gemeindefahrten hinaus besuchen sich Gemeindeglieder das ganze Jahr über untereinander.
- Evangelisch Lutherische Kirchgemeinde Großrückerswalde
- Kirchberg 4, 09518 Großrückerswalde
- www.kirche-grossrueckerswalde.de
Masawi (Tansania)
So grün wie das Bauernland Tansania, und so blau wie der Himmel und der Indische Ozean sind, so gelb wie die Strände, und so schwarz wie die Nächte von 1001 Nacht auf Zanzibar, so strahlt die Fahne Tansanias in ihren Farben grün, blau, gelb und schwarz. Das schönste Dorf des ganzen Districts ist Masawi, die Partnergemeinde in Tansania. Masawi liegt auf einer Hochebene 1.600 Meter über dem Meeresspiegel im Norden des Districts Kondoa. Das Klima ist durch die Höhe sehr angenehm, wobei es morgens durchaus auch länger kühl sein kann, wenn Wolken die Sonne verdecken. Es erinnert sehr an das Wetter in Deutschland, wenn es bis zum Nachmittag bedeckt und sogar teilweise neblig ist.
Masawi verfügt über viele Wasserstellen und ist deshalb ein sehr grünes Dorf mit vielen Bäumen und weiten Grasflächen. Es gibt kleine Wälder und ein Tal mit einem Bach, das auch in einer deutschen Mittelgebirgslandschaft zu finden sein könnte. Trotz der schönen Landschaft und des ausreichenden Wassers ist das Leben für dieMenschen in Masawi keineswegs einfach. Denn oft sind die Wasserstellen weit von den Häusern entfernt, so dass viel Zeit und Arbeit darauf verwendet werden muß, das Wasser dorthin zu transportieren, wo es gebraucht wird. Die Führung des Dorfes würde deshalb gerne einen zentralen Wasserspeicher bauen und mehrere günstig gelegene Verteilstellen einrichten. Doch dazu fehlt wie so häufig in Tansania das Geld.
Vergleichsweise gut hat es da die lutherische Gemeinde Masawis. Sie konnte in den letzten beiden Jahren mit wesentlicher finanzieller Unterstützung der deutschen Partnergemeinden in Nordhorn ein Evangelistenhaus mit Gottesdienstraum bauen, das nun den Mittelpunkt der Gemeinde bildet. Das Haus wurde mit einem Gottesdienst feierlich eingeweiht, an dem auch die politische Führung des Dorfes sowie Vertreter anderer Religionen und Konfessionen und viele Dorfbewohner teilnahmen. Die Partnerschaft der lutherischen Gemeinden mit den Christen aus Deutschland wird in Masawi als Bereicherung für das ganze Dorf empfunden.
- Ansprechpartnerin: Christa Olearius (Tel. 05921 2627)