Veröffentlicht von Doris Hüls am Di., 22. Mär. 2016 12:02 Uhr

Diesen oder ähnliche Sätze höre ich immer öfter. Ein Großteil der AbiturientInnen freut sich natürlich unglaublich über das nahe Schulende und die damit verbundene Freiheit. Auch ich kann es kaum erwarten, endlich der Schule mit den anstrengenden Lernphasen, Hausaufgaben und dauerhafter Müdigkeit zu entkommen. Meine Motivation sinkt momentan immer mehr, insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass das eigentliche Lernen für die Abiturprüfungen noch bevorsteht. Es gibt jedoch Anhaltspunkte, für die es sich lohnt, die letzten Wochen zu überstehen: das bestandene Abitur und die damit verbundenen Feierlichkeiten, ein unglaublich langer Sommer voller Pläne mit Zeit für Urlaub, Besuche bei lang nicht gesehenen Freunden oder einfach Entspannung. Den Sommer werde ich für Dinge nutzen, die durch die Schule immer hinten anstehen mussten. Dies bezieht auch die Berufsorientierung z. B. in Form von Universitätsbesuchen mit ein.

Womit ich schon zu der negativen Seite des Schulendes komme: Es müssen so viele Entscheidungen getroffen werden, die ich lange Zeit in die Ecke geschoben habe. Was möchte ich später für einen Beruf ausüben? Welche Studiengänge kommen für mich infrage? In welche Stadt werde ich ziehen? Die Fragen gehen endlos weiter und die Antworten zu finden, ist gar nicht mal so einfach. Ich muss langsam erwachsen und eigenständig werden, was ich als eine ziemlich große Herausforderung ansehe. Schließlich habe ich noch nie einen Mietvertrag abgeschlossen oder die einfachsten Dinge wie Kochen, Putzen und Waschen für einen längeren Zeitraum allein bewältigt.

Mich beruhigt ein wenig, dass ich für ein Jahr lang einen Plan habe, der mich in jedem Fall auf Trab halten wird. Ab August diesen Jahres werde ich ein Freiwilligenjahr in Südafrika absolvieren. Doch auch diese Entscheidung zieht wieder Zweifel mit sich. Die Familie und die Freunde ein ganzes Jahr lang nicht zu sehen und in einem fremden Land ohne bekannte Menschen klar zu kommen, wird nicht einfach sein. Das Problem: Danach wird das Leben auch nie wieder so sein wie in meiner Schulzeit. Ich kann nicht mehr jeden Tag meine gewohnten Freunde sehen. Stattdessen werden manche Kontakte nicht zwangsläufig bestehen bleiben und neue hinzukommen.

So kann man leider ewig weiter denken. Ich lasse zuallererst mein Freiwilligenjahr auf mich zukommen, denn ich bin mir sicher, dass ich wertvolle Erfahrungen sammeln werde, die mich auch z. B. in Bezug auf Eigenständigkeit auf das Leben vorbereiten werden. Die neue Freiheit und die damit verbundenen Veränderungen werden auf jeden einzelnen Abiturienten zukommen. Daher wünsche ich mir, dass jeder und jede für sich das Beste daraus macht und das ungewohnte Leben genießen und sinnvoll nutzen kann!

von Jana Böhme, Schülerin des EGN

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