Veröffentlicht von Doris Hüls am Fr., 25. Nov. 2016 10:50 Uhr

Simon de Vries im Gespräch mit Konfirmandin Franka Walter

Franka, Du hast letztes Jahr beim Weihnachtsmusical mitgespielt. Was war denn Deine Rolle?

Ich war ein Grenzsoldat.

Wahrscheinlich weiß nicht jeder, an welcher Stelle in der Weihnachtsgeschichte Grenzsoldaten vorkommen. Sonst gibt es doch Hirten, Engel und die Weisen.

Stimmt. Aber wir haben die Weihnachtsgeschichte noch etwas weiter gespielt als bis zur Geburt. Anschließend müssen die Eltern von Jesus nämlich mit ihm ganz schnell fliehen. Und als Flüchtlinge kommen sie nach Ägypten. Zuerst habe ich Jesus und seine Familie aufgehalten und war streng, aber dann wurde ich doch barmherzig und hab sie ins Land gelassen.

Jesus war also auch ein Flüchtling. Kennst Du hier in Nordhorn Flüchtlinge?

Ja, wir haben auch welche in der Klasse. Ich glaube, wir sind eine nette Klasse für die beiden. Sie haben sich schnell wohl gefühlt. Und in unserem Musical haben ja auch Flüchtlinge mitgespielt.

Genau, die drei Weisen wurden von Menschen aus Syrien und Albanien gespielt.

Sie haben ja Jesus Geschenke gebracht. Und als Schauspieler haben sie die deutsche Sprache gelernt. So war das in unserer Klasse auch. Wir haben den Kindern aus Afghanistan und Syrien etwas beigebracht, aber wir haben auch etwas von ihnen gelernt. Zum Beispiel unsere Namen auf arabisch zu schreiben.

Du hast gesagt, dass Du als Grenzsoldat erst streng und dann barmherzig warst. Wie erlebst Du das denn in Nordhorn?

Hier gibt es ja auch Leute, die offen sind, und andere Leute, die sagen, dass sie am besten in ihrem Land bleiben können. Mir gefällt das Lied, das wir letztes Jahr gesungen haben. Das handelt von einer „offenen Tür“.

Du hast dann ja in dem Weihnachtsgottesdienst sogar die Predigt gehalten. Erst wollten wir beide das zusammen machen, aber dann war ich etwas krank und Du hast ganz alleine gepredigt.

Ja, da habe ich gesagt, dass man sich bemühen sollte, dass die Flüchtlinge sich auch hier zu Hause fühlen und sich hier wohl fühlen.

In dem Stück sind die Flüchtlinge Maria, Josef und Jesus dann ja am Ende wieder nach Hause nach Nazareth zurückgekehrt.

Ja, das war süß. Da konnte Jesus dann schon laufen. Und Vincent, der Jesus gespielt hat, war ziemlich niedlich. Und in Nazareth war eine große Freude bei allen.

Ich kenne viele Flüchtlinge gerade aus Syrien, die auch sehr gerne irgendwann wieder nach Hause möchten, wenn dort kein Krieg mehr ist. Hoffentlich ist das irgendwann wieder soweit. Danke für das Gespräch, Franka!

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