Veröffentlicht von Doris Hüls am Do., 19. Jan. 2017 11:01 Uhr
Beten. Für viele junge Leute ein eher abstrakter Begriff. Beten ist uncool, Beten ist lächerlich. Das Gefühl bekomme ich häufig, wenn ich mit anderen Jugendlichen zusammen bin. Anstatt zu meinem Glauben zu stehen, zu dem das Beten mal mehr und mal weniger dazu gehört, schäme ich mich. Wenn Freunde bei uns zum Essen bleiben, möchte ich nicht das gemeinsame Tischlied singen und auch schon als Kind wollte ich in Anwesenheit von anderen kein Gute-Nacht-Gebet von meinen Eltern bekommen.

Dabei ist die Bedeutung von Beten so schön: Gott anrufen. Als ich kleiner war, habe ich mir bildlich vorgestellt, wie Menschen mit Gott telefonieren. So direkt funktioniert das Ganze natürlich nicht, da Gott leider nicht direkt mit lauter Stimme vom Himmel antwortet. Aber solange ich an Gottes Anwesenheit glaube, kann ich mir auch sicher sein, dass er zuhört.

Und es ist egal, wer betet - wo, wann, warum und in welcher Form. Jeder kann beten, alleine, mit anderen, überall, zu jedem Zeitpunkt, über alles Mögliche. Beten kann still sein, aufgeschrieben, laut, gesungen. Hingegen der allgemeinen Auffassung vieler Menschen gibt es keine strikte Vorgehensweise und es muss nicht zwangsläufig in einer Kirche stattfinden. Beten ist nicht nur auf das klassische Vaterunser reduziert, sondern bietet Platz für viel mehr! Es ist schade, dass Beten oft mit einem bitteren und altmodischen Beigeschmack verbunden ist, denn Beten ist ein weitläufiger Begriff mit vielen Möglichkeiten.'

Beten ist ganz leicht und ich möchte mich selber, aber auch alle anderen Christen dazu ermutigen, es nicht vollkommen zu vergessen.

Es gibt immer aktuelle Anlässe zum Beten. Ich persönlich lebe momentan als Freiwillige für ein Jahr in Südafrika. Durch mein Leben und meine Erfahrungen hier bieten sich mir einige Gründe zum Beten.

Ich möchte Gott DANKE sagen für meine Familie und meine Freunde, deren ich mir trotz geographischer Entfernung immer sicher sein kann. DANKE für die Möglichkeit, in einem anderen Land und einer anderen Kultur Erfahrungen sammeln zu dürfen und interessante Menschen kennen lernen zu können. DANKE für die Kinder, mit denen ich zusammen arbeiten darf und von denen ich noch einiges lernen kann. DANKE für mein gesegnetes Leben und meine Privilegien, über die ich mir gar nicht immer bewusst bin.

Gott BITTEN für diejenigen, die mit Einsamkeit, Armut oder Krankheit zu kämpfen haben. Für Menschen, die Verwandte und Freunde verloren haben, was hier in meiner Umgebung insbesondere durch AIDS verursacht wird. BITTEN für die Kinder, dass sie auf der Suche nach ihrer Identität erfolgreich sind und sich dabei nicht durch ihre Vorgeschichten einschränken lassen.
DANKEN und BITTEN sollten wir auch für diejenigen, die sich für andere einsetzen und damit Licht in die manchmal so dunkle Welt bringen. Diese Menschen sind die wahren Engel und ich persönlich versuche, sie mir immer wieder zum Vorbild zu nehmen!

von Jana Böhme
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