Veröffentlicht von Doris Hüls am Do., 19. Jan. 2017 11:04 Uhr

Das ökumenische Friedensgebet

Seit Anfang der 90iger Jahre existiert in Nordhorn der sich übergemeindlich und ökumenisch verstehede Friedensgebets-Kreis. Dessen Anliegen ist es, für den Frieden in der Welt zu beten und einander über Krisen und aktuelle Probleme in den Weltregionen zu informieren. Ursprünglich hatte sich der Kreis monatlich im Jochen-Klepper-Haus in Bookholt und später im Jugend- und Gemeindehaus der Kreuzkirche getroffen. Inzwischen ist er „älter” und kleiner geworden. Die Form des Gebetes hat sich gewandelt, indem nun die Gebetsanliegen in verschiedene Kirchen mit eingebracht werden.

Bis zu dreimal jährlich nimmt seit 2014 der Friedensgebets-Kreis aktiv an Gottesdiensten und Andachten in Nordhorn teil.

Die Idee für ein ökumenisches Friedensgebet geht auf die Gestaltung des Politischen Nachtgebets zurück. Unter diesem Titel ist erstmals beim 82. Deutschen Katholikentag von 1968 in Essen eine neuartige Liturgie gefeiert worden. Daraus entstand die gleichnamige gottesdienstliche Tradition zunächst in Köln, dann auch an vielen anderen Orten. Das Politische Nachtgebet ist wesentlich mit dem Namen der evangelischen Theologin Dorothee Sölle verbunden. Theologisches Nachdenken war für sie ohne politische Konsequenzen nicht zu denken. Das ökumenische Friedensgebet in Nordhorn versucht, diesen Zusammenhang inhaltlich aufzugreifen.


Der Weltgebetstag

Ursprünglich bekannt unter dem Namen „Weltgebetstag der Frauen“ finden in den Nordhorner Kirchengemeinden jeweils am ersten Freitag im März Gebetsgottesdienste statt, die ökumenisch vorbereitet werden. „Informiert beten – betend handeln“ – unter diesem Motto schreiben jährlich Frauen aus einem vorbestimmten Land eine Gottesdienstordnung, die von den auf nationaler Ebene Verantwortlichen der anderen Länder in die jeweilige Landessprache übersetzt wird. Die Frauen bringen in die Texte und Gebete der Gottesdienstordnung die eigenen Hoffnungen und Ängste, die Freuden und Sorgen, die Wünsche und Bedürfnisse sowie die eigene kulturelle Vielfalt mit ein.

Der Weltgebetstag wird in über 170 Ländern in ökumenischen Gottesdiensten begangen. Der nächste Weltgebetstag in Nordhorn findet am 3. März 2017 in der St. Augustinuskirche und in der Michaeliskirche in Klausheide statt. Schwerpunktland sind dann die Philippinen. Nicht nur Frauen, sondern auch Männer und Kinder sind eingeladen.

Gebetswoche für die Einheit der Christen

Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Nordhorn (ACK Nordhorn) lädt einmal im Jahr zur Gebetswoche für die Einheit der Christen ein. Diese Gebetswoche findet im Kloster Frenswegen vor Pfingsten statt und endet mit einer ökumenischen Pfingstvesper am Sonnabend. Das Thema der Gebetswoche, die seit 1966 weltweit in Verantwortung des Ökumenischen Rates der Kirchen und des päpstlichen Einheitsrates stattfindet, wird jeweils von einer ökumenischen Gruppe aus einem Land vorbereitet. Das Material besteht aus einem Thema, einem Entwurf für einen ökumenischen Gottesdienst, Bibeltexten und Gebeten und wird auf Englisch und Französisch herausgegeben.

In Deutschland wird der Text in der Geschäftsstelle der ACK Deutschland übersetzt und für den deutschen Kontext überarbeitet. Für das Jahr 2017 wurden die Texte für die Gebetswoche für die Einheit der Christen von einer deutschen Arbeitsgruppe zu dem Thema „Versöhnung - die Liebe Christi drängt uns“ (2. Kor 5, 17-21) erarbeitet. Das Reformationsgedenken steht dabei im Mittelpunkt.

Die Gebetswoche macht deutlich, dass ökumenische Bemühungen ohne die Hilfe des Heiligen Geistes keine Aussicht auf Erfolg haben. Gleichzeitig muss das Gebet für die Einheit immer auch Taten nach sich ziehen. Die Gebetswoche bedeutet nicht Beten „um“ die Einheit, sondern Beten „für“ die Einheit, die den Christen in Jesus Christus bereits geschenkt ist und deren Pflege und Sichtbarmachung ihnen anvertraut ist.

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