Veröffentlicht von Doris Hüls am Di., 28. Mär. 2017 17:56 Uhr
Gründonnerstag

Der Gründonnerstag steht ganz im Zeichen der Tischgemeinschaft und der Erinnerung an das sogenannte letzte Abendmahl von Jesus mit seinen Jüngern. Jesus und seine Jünger hatten ja oft miteinander gegessen. Und jedes letzte Essen, das man mit einem Menschen hat, der einem wichtig ist, ist sowieso schon etwas Besonderes. Dieses letzte Mahl ist es auch besonders, weil Jesus seinen eigenen bevorstehenden Tod deutet. Und zwar anhand dessen, was auf dem Tisch steht - Brot und Wein.

Und deshalb setzen auch wir uns am Gründonnerstag gemeinsam an einen Tisch. Dieser steht in jedem Jahr vorne in der Kreuzkirche. Wenn man am Tisch sitzt, dann rückt man zusammen. Und man sieht sich von Angesicht zu Angesicht - anders als sonst häufig im Gottesdienst. Brot und Wein werden in der Runde herumgereicht. Häufig tauschen wir uns in einem kleinen Predigtgespräch über eine künstlerische Darstellung des letzten Abendmahls aus.

Gestärkt durch das Mahl gehen wir in den Karfreitag.

Karfreitag

Am Karfreitag denken wir an das Leiden und Sterben von Jesus. Für viele Christinnen und Christen ist der Gottesdienst am Karfreitag mit dem Abendmahl verbunden. Für manche war oder ist es sogar das einzige Mal im Jahr, dass sie Abendmahl feiern. Dabei ist von der biblischen Geschichte eigentlich eher der Gründonnerstag mit dem Abendmahl verbunden.

Daher feiern wir in der Martin-Luther- und in der Christuskirche das Abendmahl gleich zu Beginn des Gottesdienstes, bevor später an das Sterben Jesu erinnert wird und der Altar nach und nach leergeräumt wird. In der Kreuzkirche wird diese Leere schon beim Eintritt in die Kirche durch den „nackten“ Altar greifbar. Die Buße spielt insgesamt eine wichtige Rolle an diesem Tag.

Unsere Gottesdienste sind durch eine große Ruhe geprägt. Die Glocken läuten nicht oder es läutet nur eine tiefe Glocke. Auch gesellschaftlich findet diese Ruhe einen Nachklang, indem bestimmte Veranstaltungen nicht gestattet sind (sogenanntes Tanz-Verbot). Diese Reglementierung wird zunehmend angefragt, je weniger Menschen mit dem Karfreitag etwas anfangen können.

Karsamstag

Der Karsamstag ist der Tag der Grabesruhe von Jesus Christus. Er ist ein „Zwischen-Tag“. Nicht mehr Karfreitag und noch nicht Ostern. In vielen Gemeinden werden an diesem Tag Osterfeuer entzündet, die eigentlich heidnischen Ursprungs sind und den Übergang vom Winter zum Frühling symbolisieren, sich aber auch nachträglich christlich deuten lassen: Das Licht kommt in die Dunkelheit.

In der Christuskirche feiern wir seit einigen Jahren an diesem Tag einen Kurz&Klein-Gottesdienst, in dem wir die ganze Geschichte von Gründonnerstag bis Ostern erzählen. Wir schauen sozusagen zeitlich nach hinten und nach vorne. In diesem Gottesdienst haben wir vor einigen Jahren das Abendmahl mit Kindern eingeführt und feiern es seitdem dort in besonderer Weise.


Selbstverständlich können Kinder aber auch das ganze Jahr über am Abendmahl teilnehmen.

Von Simon de Vries

Kategorien Themenschwerpunkt