Veröffentlicht von Doris Hüls am Di., 28. Mär. 2017 18:22 Uhr

Heike Heck

Ostertraditionen, an die ich mich aus meiner Kindheit erinnern kann, waren: Eier verstecken, Osterkörbchen, Ostereier auspusten, bemalen und färben und Ostereier an einen Osterstrauch aus Weidenkätzchen hängen. Heute gehen wir immer in Tillenberge Ostereier kullern.

Petra Gross

In meiner Kindheit habe ich mit meinen Eltern an Karfreitag Ostereier gefärbt und zum Essen gab es Fisch oder Pfannkuchen. Ich bin auf dem Land geboren, in Emlichheim, und am Ostersonntag haben wir Eier auf dem „Dulingsberg“ hinunter gekullert und Zwerghuhneier über Stromleitungen geworfen. Gut war derjenige, der die Stromleitung getroffen hatte und bei dem das Ei in zwei Hälften hinunter kam. Abends wurden verschiedene Eiersorten gegessen; Enteneier, Gänseeier sowie Hühnereier und beim Osterfeuer später wurde damit angegeben, wer am meisten Eier gegessen hatte, z.B. 10, 20 oder sogar 30 Stück. Heute suchen meine Kinder Eier und wir frühstücken zusammen am Ostersonntag. Nachmittags gibt es gemütliches Kaffeetrinken und abends gehen wir zum Osterfeuer.

Petra Schulte

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich, als ich klein war, mit meiner Freundin und deren Opa am Karfreitag in den Wald gegangen bin, um Moos für die Osternester zu sammeln, die wir anschließend für den Osterhasen am Sonntag bauen wollten. Während wir durch den Wald liefen, ließ ihr Opa heimlich Schokoeier im bunten Glitzerpapier auf dem Weg fallen und meinte, der Osterhase habe sie wohl verloren. Da wussten wir, dass er schon unterwegs ist.

Als ich älter wurde, pustete ich am Karfreitag Ostereier aus und färbte sie mit meiner Mutter. Am Ostersonntag feierten wir in der Kapelle am Südfriedhof die Auferstehung Jesu in Form einer Andacht (über Jahre) und nach der Andacht kullerten und tickten meine Schwester und ich die Eier. Heutzutage findet bei uns am Ostersonntag ein gemütliches Frühstück mit der ganzen Familie statt.

Herbert Reurik

In meiner Kindheit gab es Eieressen im Elternhaus. Das waren dann ca. 10 bis 15 Eier. Meistens trug ich dann eine kurze Hose und weiße Kniestrümpfe. Mit etwa 18, 20 Jahren ging ich dann zum Osterfeuer. Später kullerte mein Vater mit unseren Kindern auf dem Rodelberg Eier.

Jutta Reurik

Als Kinder haben wir Ostereier gesucht, getickt und gekullert. Heute frühstücken wir am Ostersonntag zusammen mit meiner Schwester und ihrer Familie und gehen abends zum Osterfeuer.


Elvira Gugutschkin

Ebenso wie Weihnachten, so war auch das Osterfest in Russland ein herausragendes Fest. Für uns Kinder war es etwas ganz Besonders, dass unsere Mama bereits lange vor dem Osterfest in einer Schüssel Hafer aussäte. Zu Ostern wuchs der Hafer in einer üppigen grünen Masse. Große Freude machte es uns, zusammen mit Mama Eier zu färben, denn nicht nur die Eier, sondern auch wir Kinder waren voll bemalt, aber das Vergnügen daran war so groß, dass Mamas kritische Bemerkungen uns nicht störten.

An den Ostertagen wachten wir morgens in einem Märchenland auf. Auf einem mit Grünzeug befüllten Teller lagen gefärbte Eier, zusätzlich baute Mama für jedes Kind in Papas alten abgelegten Kappen ein Nest. Sie füllte die Kappen mit Stroh und im Stroh lagen Eier und Süßigkeiten. Was konnte sich damals ein Kind Schöneres wünschen. Das Glück war perfekt. Man musste möglichst viele Eier zu Ostern sammeln, denn bei uns gab es den Brauch, die gefärbten Eier und Süßigkeiten an Nachbarn und Verwandte weiter zu verschenken, von denen wir selbst auch welche geschenkt bekamen. Wir Kinder waren stets im Wettstreit miteinander, wer die schönsten Eier bekam.

Die deutschen und die russischen Ostertage fallen nur selten auf ein und dasselbe Datum, deshalb feierten wir als Kinder meistens zweimal Ostern, denn später, als wir bereits zur Schule gingen, hatten wir auch russische Kinder als Freunde. Zum Mittagessen gehörte zu Ostern ein frischgebackener Kuchen mit Kompott. Das ist ein Getränk, das aus getrockneten Früchten gekocht wurde. So verging unser Osterfest sehr einfach, aber voller
Freude.

Erna Schiersch

Wir kommen aus Ostpreußen. Ich kann mich an das übliche Ostereier färben erinnern. Und natürlich an das Suchen. Das scheint weit verbreitet zu sein. Nicht unbedingt was Typisches nur für Ostpreußen. Ansonsten gab es auf dem Land, wo ich herkomme, keine andere Tradition.

Rosemarie Wittke

Bei uns in der Stadt gingen Jugendliche von Haus zu Haus. Die hatten grüne, junge Birkenzweige. Sie zogen umher und klingelten dann an den Häusern. Ging eine Tür auf, sagten sie den Spruch: „Schmack Ostern, Schmack Ostern sieben Eier und ein Stück Speck, sonst gehe ich nicht weg.“ Bekamen sie, was sie wollten, zogen sie ab, ansonsten gab es etwas mit den Birkenzweigen. Wahrscheinlich sollten nach dem Winter wieder die Energievorräte neu aufgefüllt werden. Der Winter war entbehrungsreich und eher hungrig, Eier und Speck hoch wertvoll. Sie bildeten einen Neuanfang und sicherten das Überleben.

Sven Hensen

Vor Ostern kommt erst einmal Karfreitag. An diesem Tag meinte ich, traurig sein zu müssen und war es dann auch. Zumindest in der Kirche, wenn „Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen“ und „Oh Haupt voll Blut und Wunden“ gesungen wurde. Ich mag diese Lieder bis heute und Karfreitagsgottesdienste gehören zu den kostbaren Kindheitserinnerungen.

Ostern war immer schön! Ein Familienfest in allerbestem Sinne mit feierlichem Frühstück und anschließendem Gottesdienstbesuch, denn Gottesdienste zu nachtschlafender Zeit gab es in unserer Kirche nicht. Das Suchen der Ostereier machte großen Spaß und ich kann mich nur an ein Osterfest erinnern, an dem es - wohl wegen Dauerregens - nach drinnen verlegt werden musste. Am Nachmittag kam dann das „Eier-Kullern“, wobei wir uns auf einer nahegelegenen Weide eher im Weitwurf übten und ich mich ärgerte, dass die Ostereier des Nachbarjungen nicht nur mit diesem schönen, naturbraunen Muster versehen waren, das man mit Zwiebeln hinkriegt, sondern auch noch unzerstörbar schienen. Gerne würde ich ergänzen, dass ich als junger Erwachsener an Ostermärschen teilgenommen habe, aber die schienen in jeder Hinsicht zu weit weg.

Sonja Henkenborg

Weil meine Onkel und Tanten, Cousins und Cousinen allesamt in der DDR lebten, gab es in meiner Herkunftsfamilie keine traditionellen Familientreffen an Geburts- oder Feiertagen und somit auch nicht an Ostern. Stattdessen haben wir den Ostermontag fast jedes Jahr mit einer befreundeten Familie aus Wietmarschen-Lohne verbracht, und dieses Ritual gehört zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen. Die Lohner Familie hatte drei Kinder in meinem Alter und einen älteren Sohn. Das Highlight des Tages war ein Osterspaziergang am Nachmittag, der uns mal in den Bentheimer Wald, mal ins Feriengebiet nach Uelsen oder in die Wilsumer Berge führte. Dabei war nicht das Spazierengehen das eigentlich Spannende für uns Kinder, das genossen eher die Erwachsenen. Für uns war das Schönste das Entdecken und Sammeln der bunten Ostereier, die hier und da am Wegesrand durch die Gräser und Büsche schimmerten. Wir waren immer ganz aufgeregt und nicht wenig verwundert darüber, dass der Osterhase (von dessen Existenz wir vier Kinder damals noch fest überzeugt waren!) mitten im Wald so viele Eier verteilt hatte. Dass der große Bruder der anderen drei uns immer ein gutes Stück voraus war, ist uns damals nicht besonders aufgefallen. Gewundert haben wir uns nur darüber, dass er die Eier nie zu bemerken schien. Später, als wir alle nicht mehr an den Osterhasen glaubten, wurde dieses Ritual durch Eier-Kullern und Eier-Laufen abgelöst. Irgendwann waren wir allerdings selbst dafür zu alt, doch erst dann ist dieses Ritual eingeschlafen.

Ursula Straube

Jedes Jahr freue ich mich über den langen Zug der Osterreiter, der von Bautzen nach Storcha unterwegs ist. Beim Klang der Glocken der Liebfrauenkirche ziehen die Reiter aus der Stadt und unter dem Geläut des Petridoms kehren sie abends zurück. Insgesamt sind neun Züge mit jeweils an die hundert Reitern zwischen verschiedenen Orten der Oberlausitz unterwegs. Das Erlebnis macht uns demütig und froh zugleich, denn es wird die frohe Osterbotschaft mit Liedern und Gebeten in sorbischer Sprache in die vorwiegend atheistische Welt hinausgetragen. Dabei sehen wir mehrere unserer Freunde hoch zu Ross und staunen über ihren Mut und ihre Anstrengung, die dafür notwendig sind.

Anita Brüker

An Gründonnerstag waren wir Kinder im Wald Moos suchen, um daraus zu Hause Nester im Garten für die Ostereier an Ostersonntag zu bauen. Karfreitag war für uns ein Fastentag, da gab es „Püfferkes“ (Teig in Fett gebacken), die waren sehr lecker.

Am Samstagabend ging es dann zur Osternachtmesse in die Elisabethkirche und am Ostersonntag durften wir Eier suchen und diese in der Heide in der Sanddüne kullern.

Heutzutage schmücken wir die Wohnung österlich und „dätschen“ die gefärbten Eier. Am Ostersonntagabend gehen wir dann zum Osterfeuer.

Kategorien Themenschwerpunkt