Veröffentlicht von Doris Hüls am Di., 26. Mär. 2019 17:42 Uhr

Das Abendmahl geht auf die jüdische Tradition des Passahmahles zurück. Jesus war Jude und hat mit seinen Jüngern das Passahmahl gefeiert. Es erinnert an den Auszug des Volkes Israels aus Ägypten und die Befreiung aus der Sklaverei (u. a. Ex 12). Als Jesus beim letzten Abendmahl mit seinen Jüngern Brot und Wein reichte, sagte er: „Dies ist mein Leib“ und „Dies ist mein Blut“. Er meinte damit, dass er über seinen bevorstehenden Tod hinaus in der Feier des Abendmahls mit den Jüngern verbunden bleiben werde. Er hat seinen Jüngern aufgetragen, das Abendmahl in dieser Weise weiter zu feiern.

Das Neue Testament überliefert zwei leicht voneinander abweichende Berichte vom Abendmahl. Die eine steht bei Mk 14,12-26/Lk 22,7-23 und die andere bei Mt 26,17-30/ 1. Kor 11,17-26. Die Worte, die Pfarrerinnen und Pfarrer bei der Feier des Abendmahls sprechen, die sogenannten Einsetzungsworte, gleichen im Großen und Ganzen der letzten Version.

Wenn Christinnen und Christen heute das Abendmahl feiern, dann feiern sie, dass Jesus Christus auferstanden ist und bei ihnen ist. Viele Christinnen und Christen erleben in dieser Weise das Abendmahl als Stärkung für ihren Lebens- und Glaubensweg.

Vor allem unterschiedliche Verständnisse des Abendmahls führten dazu, dass es heute unterschiedliche Konfessionen gibt, katholische, lutherische und reformierte.

Im lutherischen Verständnis bedeutet das Abendmahl eine leibliche Präsenz von Christi Leib und Blut. Die Worte Christi über Brot und Wein/Traubensaft, durch den kirchlich Beauftragten gesprochen oder gesungen, bewirken glaubend die sakramentale Einheit von Brot und Leib Christi, von Wein und Blut Christi. Wer glaubt, wirklich Christi Leib und Blut zu empfangen, empfängt Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit (Martin Luther: Kleiner Katechismus). Im Abendmahl entsteht Gemeinschaft durch Christi Leib und Blut einerseits mit Jesus Christus selbst und andererseits unter den Gläubigen.

Nach evangelischem Verständnis ist es Christus selbst, der zum Abendmahl einlädt. Paulus spricht in diesem Zusammenhang auch vom „Tisch des Herrn“ (1.Kor 10,21). Deswegen sind in der Evangelischen Kirche in Deutschland grundsätzlich alle Getauften zum Abendmahl eingeladen, egal welcher christlichen Kirche sie angehören.

von Holger Schmidt

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