Veröffentlicht von Doris Hüls am Di., 25. Feb. 2020 17:14 Uhr

Aus den doppeldeutigen Alltagserfahrungen mit Leben und Lebensbedrohung aus Natur, Umwelt und Zeitenlauf entwickelte der Mensch Erklärungsmodelle unterschiedlicher Art. Neben den Naturreligionen,  kosmischen Zyklen im Hinduismus und Ursache-Wirkung-Modellen im Buddhismus etablierte sich v.a. die Unterscheidung von Schöpfung und Schöpfer im Judentum, Islam und Christentum als verbreiteste Erklärung. Mit der Aufklärung und den Naturwissenschaften entfaltete sich zudem die Evolutionstheorie des Überlebens als weiteres Modell.

Die Schöpfung der Welt und des Menschen im christlich-jüdischen Sinne beruht primär auf zwei sog. Schöpfungsberichten im 1. Buch Mose. Der Akzent in 1. Mose 1 betont die Raum-und-Zeit-Ordnung durch Gott gegen das Chaos (1. - 4. Tag) und die Bestimmung des Menschen in seiner Gottesebenbildlichkeit (6. Tag) , die in der „Herrschaft“ über Pflanzen und Tiere (Erschaffung 5. + 6. Tag)  besonders festgehalten wird. Der Akzent im sog. zweiten Schöpfungsbericht (1. Mose 2,4 - 8,22) entfaltet mit ihrem bevorzugten Interesse an der Geschöpflich- und Erkenntnisfähigkeit des Menschen  und seiner Fehlbarkeit gegenüber Gott  eine Lehre von Gott, Welt und Mensch, die auf die Bewahrung der Lebensordnungen in einer neuer Verheißung der Kontinuität zielt. Als Besonderheit des Christentums gilt, dass es mit Aussagen von Paulus (u. a. Röm 8,18-25 und 1. Kor 15,20-28) und dem letzten Buch des Neuen Testaments (Apk 21-22) ein schöpfungstheologischer Rahmen auf Erlösung – auf eine Neuschöpfung hin – gespannt ist.

von Holger Schmidt

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