Veröffentlicht von Doris Hüls am Do., 20. Aug. 2020 10:02 Uhr

Religion „religio“ (lat.) bedeutet so viel wie Gottesfurcht oder Versöhnung mit den Göttern. Aber auch Gottesverehrung, Heiligtum und Aberglaube, Gewissen und Verpflichtung. Der lateinische Wortstamm, das Verb „religare“, heißt übersetzt zurückbinden, umbinden, anbinden, festbinden, losbinden.

Wieviele Religionen es gab und gibt, lässt sich nur schätzen. Auch die Abgrenzung zwischen Glaubensrichtung, -gemeinschaft und Religion ist schwierig. Im allgemeinen Verständnis unterscheidet man fünf große Weltreligionen: Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam und Judentum. Jede dieser Weltreligionen hat noch verschiedene Strömungen. Oftmals gibt es auch regionale und globale Unterschiede. Theologisches Nachdenken und überirdische (transzendente) Annahmen gehören zum Wesen einer Religion. Es ist unmöglich, in diesem Aufsatz alle Religionen genau darzustellen bzw. alles darüber zu schreiben. Denn viele Religionen haben eine sehr, sehr lange Geschichte.

Schaut man in einem Lexikon, z. B. bei Wikipedia, nach, werden dort verschiedene Kriterien genannt, nach denen eine Religion einer Welt- oder Hochreligion zugeordnet werden kann. Wobei der Begriff „Hochreligion“ heute nicht mehr verwendet wird, denn dies würde bedeuten, dass eine Religion über einer anderen steht. Vergleicht man die Mitgliederzahlen (Stand 2010) miteinander, so fällt das Judentum in dieser Übersicht wegen der geringen Mitgliederzahlen (15 Mio) auf. Es wird aber aus mehreren Gründen zu den Weltreligionen gezählt, u. a. weil sich Islam und Christentum auf das AT beziehen und auf dem abrahamitischen Monotheismus (Abrahams Glaube an den einen Gott) aufbauen. Auch das Alter des Judentums spielt dabei eine Rolle. Man nennt diese drei auch Offenbarungsreligionen bzw. Buchreligionen mit den Schriften des Alten und Neuen Testaments und mit dem Koran. Das AT wird von Juden die hebräische Bibel genannt. Die Tora oder Thora des Judentums umfasst lediglich die fünf Bücher Mose. Christentum und Islam betreiben aktive Missionierung, das Judentum aus verschiedenen religions- und kulturgeschichtlichen Gründen nicht. Auch im Buddhismus und Hinduismus findet man keine oder nur ansatzweise eine aktive Missionierung. Im Hinduismus ist die Religion an eine enge Sozialstruktur (Kaste) gebunden. Daher ist der Hinduismus trotz der hohen Anzahl der Gläubigen regional überwiegend auf Südasien festgelegt. Bei den meisten Weltreligionen haben sich im Laufe der Zeit religiöse Einrichtungen herausgebildet. Im Hinduismus ähnlich wie im Buddhismus gibt es aber kaum eine religiöse Institutionalisierung, eine Verfasstheit im Sinne einer Kirche. Der Buddhismus ist aber in einigen asiatischen Ländern Staatsreligion, ähnlich wie Hinduismus und Islam. Daneben gibt es im 20./21. Jahrhundert neu entstandene Religionen, diese werden als „neue religiöse Bewegungen“ bezeichnet.

Letzten Endes muss man feststellen, dass der Begriff „Weltreligion“ auch nicht ganz eindeutig ist und unterschiedlich angewandt wird. In der Religionswissenschaft wird er aus diesem Grunde immer mehr ersetzt durch „Religionen der Welt“. Dieser Begriff orientiert sich mehr an der Anzahl der Anhänger und schließt auch schriftlose Religionen nicht aus.

von Jürgen Reichle

Zusammengefasst und recherchiert nach verschiedenen Internetseiten.

Kategorien Themenschwerpunkt