Wir aktualisieren momentan unser Webseiten Design um die Erfahrung auf unserer Website zu verbessern.

Abschied

Abschied
Veröffentlicht am Mo., 29. Nov. 2021 12:19 Uhr
Gemeindeleben

Ich glaube mir ist es noch nie so schwergefallen, die richtigen Worte zu finden, wie jetzt gerade. Denn ich möchte Ihnen mitteilen, dass ich ab März 2022 nicht mehr Pastorin in der Christus-und Kreuzkirchengemeinde sein werde. Ich werde dann an die Universität Osnabrück wechseln und dort Lehramtsstudierende des Faches evangelische Religion begleiten. Bis dahin ist es noch ein wenig Zeit, doch ich möchte schon jetzt von Herzen Danke sagen. 

Als ich 2018 auf meine erste Stelle als Pastorin eingeführt wurde, habe ich schon an diesem Tag geahnt, was für ein buntes Leben und Arbeiten mich hier erwarten wird. So herzlich war das Willkommen, so viel Vertrauen und Freude, die mir entgegengebracht wurden und so viel Ökumene, wie ich sie (bis jetzt) noch nicht erlebt habe.    

Ich durfte in meiner Zeit hier als Pastorin Dinge ausprobieren, Fehler machen, meine Ideen einbringen und habe dabei unfassbar viel gelernt. Ich bin dankbar für all die Geschichten, die ich in dieser Zeit gehört habe und die mir anvertraut wurden. Ich bin dankbar für Worte, die mir gesagt wurden, für gemeinsam ausgehaltene Stille, bunte fröhliche Gottesdienste, Umarmungen, Einladungen und so vieles mehr. Ich bin allen Menschen dankbar, die meinen Weg bis hierhin begleitet haben und die ich begleiten durfte.    

Bevor ich in Nordhorn als Pastorin angefangen habe, durfte ich einen Fragebogen für die Brücke ausfüllen. Von einem Kollegen – dessen Name ich selbstverständlich nicht nenne – wurde mir mit Blick auf meine Antworten gesagt, dass das ja doch etwas zurückhaltend war. Deshalb möchte ich an dieser Stelle – auch als kleines Dankeschön, ein paar Dinge von mir preisgeben:

- Nach Beerdigungen pflanze ich sehr häufig etwas in den Garten ein. Meistens Blumen, manchmal auch Kräuter. Für mich ein Zeichen, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.
- Ich kann keine Krimis, spannenden Filme und Blut sehen. Für die Vorbereitungen auf den Filmgottesdienst im Sommer 2021 war das eine echte Herausforderung, da ich erst den falschen (sehr brutalen) Kurzfilm eingeschaltet hatte.
- Auch ich höre manchmal NDR 1. Weil es mich an meine Kindheit erinnert, die ich viel auf dem Bauernhof meiner Großeltern verbracht habe. An dieser Stelle eine Entschuldigung an Thomas Kersten und Inga Rohoff, dass ich diese Information zurückgehalten habe. Sollte es also doch noch zu einem Schlagergottesdienst in der Kreuzkirche kommen, freue ich mich über eine Einladung!
- Sport ist für mich ein wichtiger Ausgleich zur Arbeit geworden. Im April 2020 bin ich einen Halbmarathon rund um Nordhorn gelaufen. Nur für mich, weil die eigentliche Laufveranstaltung in Enschede coronabedingt abgesagt wurde. Die Vorbereitungen im Winter habe ich häufig auf dem Laufband im Fitnessstudio gemacht. Einmal bin ich während des Trainings vom Laufband gefallen, man könnte auch sagen geflogen – sehr schmerzhaft…   
- In meiner Zeit als Pastorin habe ich mich sehr häufig in die Kreuzkirche geschlichen und mich im Altarraum auf den Boden gelegt. Das hat mir dabei geholfen mich zu erden und von Gott getragen zu fühlen. 

Bis ich mich ganz verabschiede ist es noch ein wenig Zeit. Und ich freue mich auf all die Gespräche und Dinge, die wir in dieser Zeit noch gemeinsam erleben dürfen.  

Alles Liebe,

Ihre Pastorin Henrike Lüers