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Der Bielefelder Transport in das Getto von Riga

Der Bielefelder Transport in das Getto von Riga
Veröffentlicht am Mi., 1. Dez. 2021 16:16 Uhr
Gemeindeleben

Am 11. Dezember 1941 wurden in Neuenhaus, Nordhorn, Gildehaus und Schüttorf Jüdinnen und Juden aus ihren Häusern geholt und am 13. Dezember 1941 über Osnabrück, Münster und Bielefeld in das lettische Riga deportiert. Damit die anreisenden emsländischen, grafschafter und münsterländischen jüdischen Menschen im Ghetto Riga Platz finden konnten, wurden zunächst die dort lebenden lettischen Juden in die umliegenden Wälder getrieben und dort ermordet: mehr als 24.000 Bewohner des Ghettos.

Von den Deportierten der Transporte nach Riga überlebten nur wenige, aus der Grafschaft nur Heinz Wertheim aus Gildehaus.

76 Jahre nach Ende des Nazi-Regimes und des Zweiten Weltkrieges ist heute vielen bewusst, dass in den deutschen Vernichtungslagern, zumal in Osteuropa, Millionen von jüdischen Bürgern, die einmal Nachbarn gewesen waren, getötet wurden. Weitgehend unbekannt geblieben ist der „Holocaust durch Kugeln“: der millionenfache Mord, der nicht in Lagern geschah, sondern auf Feldern, in Wäldern und Dörfern – unlängst noch bedacht von Bundespräsident Steinmeier in Babyn Jar bei Kiew, wo über 35.000 Menschen erschossen wurden.

Der Landkreis Grafschaft Bentheim möchte an diese Vorgänge vor 80 Jahren erinnern. Ein Arbeitskreis aus Vertretern der Kreisverwaltung, der Kommunen und verschiedener Initiativkreise hat ein Programm zum Gedenken zusammengestellt. Am Montag, dem 13. Dezember 2021, wird ab 17 Uhr im Gemeindezentrum der Nordhorner Ev.-altreformierten Gemeinde, Paul-Gerhardt-Straße, nach einem Grußwort von Landrat Uwe Fietzek über die Geschehnisse um den sogenannten „Ersten Bielefelder Transport“ informiert. Christa Pfeifer wird das Ereignis geschichtlich einordnen; Erika Klanke wird besonders auf das Schicksal Heinz Wertheims eingehen. Schülerinnen und Schüler des Evangelischen Gymnasiums (EGN) werden die Namen der im Zuge dieses Riga-Transports betroffenen Menschen und ihre Schicksale benennen. Die musikalische Gestaltung hat die Sängerin Katharina Pasternak übernommen.

Zu dieser kostenfreien Veranstaltung, bei der auch weiteres schriftliches Informationsmaterial bereitgehalten wird, sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Teilnehmen können allerdings nach den geltenden Corona-Regeln nur Geimpfte und Genesene (2 G).

Gerhard Naber